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Corona-Virus und die traurige Ignoranz der Menschen.

Wie sich eine Gesellschaft demaskiert.

Wenn ich eines auf meinem Weg durch die juristischen und behördlichen Instanzen, sowie im persönlichen Umfeld, wenn es um die Akzeptanz und Anerkennung der Schwierigkeiten, die sexueller Missbrauch mit sich bringt erfahren musste, dann ist es vor allem die fehlende Empathie und die Ignoranz der Menschen. Mir ist bis heute noch nicht ganz klar, ob es die Unfähigkeit, oder der Unwille ist, sich in die Situation eines Opfers zu versetzen, oder ob die Menschen die Auswirkungen von Vergewaltigungen und Missbrauch in ihren Köpfen herunterspielen und relativieren. Egal was es ist, es scheint ein Muster zu sein, das sich immer wieder zu wiederholen scheint und ein grundsätzliches Problem im Miteinander unserer Gesellschaft darstellt, welches meistens aber nur den Opfer, oder im Falle Corona, der Risikogruppe, und den allerwenigstens Unbeteiligten bzw. Unbetroffenen so recht klar zu sein scheint.

Die Corona-Pandemie hat die Welt noch immer im Griff und trotzdem gibt es immer mehr Menschen, auch in Deutschland, die sich immer weniger einen Dreck darum scheren und es mit ihrem fahrlässigen Verhalten nahezu provozieren, andere Menschen in Gefahr zu bringen, oder am Ende vielleicht sogar zu töten.
Die Argumente reichen von, man sei ja selbst nicht teil der Risikogruppe und wenn überhaupt, dann sterben ja eh „nur“ Alte und Kranke, die sowieso „bald gestorben“ wären, bis hin zum hanebüchenen Geschwurbel, dass Corona ja ein riesen Fake sei, Bill Gates die Weltherrschaft an sich reißen möchte und die ganze „erfundene“ oder „aufgebauschte“ Pandemie nur der Vorbote der NWO (New World Order), oder einer angestrebten Diktatur sei, um zu testen, wie weit man die Menschen einschränken könne, bis diese sich wehren.
Dass dieses Geschwurbel Bullshit ist, darüber brauchen wir nicht diskutieren, es scheint ein Phänomen der Gegenwart zu sein, auch möglich Dank des Internets, sich Probleme zu suchen, wo gar keine sind. Wir haben ja auch sonst nicht mehr viel zu tun, als irgendwie unseren Wohlstand zu verwalten und suchen halt nun nach einem neuen Sinn und vor allem etwas, worum wir kämpfen können. Das liegt in unserer Natur. Darum soll es jetzt hier aber gar nicht gehen.

Fakt ist, unser Leben ist nicht wirklich eingeschränkt. Es gibt Auflagen, die ich zum Teil auch für unnötig und nervig halte, aber im Großen und Ganzen, können wir unser Leben leben, wie wir es möchten. Wir können einkaufen gehen, in Urlaub fahren, die Wohnung verlassen, wann wir wollen und hingehen, wohin wir wollen. Bis auf die bereits erwähnten, im schlimmsten Fall nervigen Maßnahmen, geht unser Leben im Großen und Ganzen weiter wie bisher. Ja sogar Kino und Veranstaltungen sind wieder möglich.
Was bleibt also? Die Maskenpflicht beim Einkaufen? Die Abstandsregel? Unterm Strich gibt es kaum noch Einschränkungen, die einen derartige Trotzhaltung und derartigen Widerstand rechtfertigen würden, vor allem nicht, weil die meisten Maßnahmen dem Schutze ein paar wenigen dient, die aber dafür umso mehr betroffen sind und teilweise um ihr Leben fürchten müssen. Und genau das ist das Problem.
Ja, Corona ist keine Seuche, die unsere Spezies bedroht, ja, eine Corona-Infektion wird von den Allermeisten nicht mal bemerkt und ja einige Corona-Maßnahmen sind sinnlos, oder zumindest übertrieben. Auch stimmt es, dass wir uns im Überraschungsmoment der Pandemie erst an „richtige“ Entscheidungen herantasten, forschen und Erfahrungen sammeln müssen, aber, was mir dermaßen negativ aufstößt, ist die Scheißegal-Einstellung und die Ignoranz der Menschen ihren Mitmenschen gegenüber.
Uns war relativ schnell klar, dass Corona vor allem für Alte, Kranke und Schwache zum Problem wird und die Maßnahmen wurden getroffen, um diese Risikogruppen zu schützen. Ob nun ein Lockdown, oder nur die Isolierung der Risikogruppe die bessere Entscheidung gewesen wäre, will ich hier gar nicht diskutieren, was ich aber sehr wohl diskutieren will ist, die Bereitschaft auch mal Opfer für andere zu bringen. Eine Maske im Supermarkt zu tragen mag für den Einzelnen nervig sein, aber diese Maske schützt unter Umständen jemanden, der mit, oder an Corona sterben könnte. Dieser jemand trägt auch eine Maske, aber nicht für sich, sondern für sein Umfeld. In der ganzen Diskussion um die Corona-Maßnahmen geht es also nicht darum, was ich will, was ich glaube was ich brauche, was ich für nötig halte, was gut für mich ist und was überhaupt nötig für mich ist, sondern darum, was für die Menschen, die zur Risikogruppe gehören wichtig und richtig wäre. Und nur darum.
Corona ist real, an Corona sterben Menschen und wenn nicht direkt an Corona, dann zumindest durch Komplikationen, die durch Corona verursacht werden und dann eine Vorerkrankung zum Tod führen lassen. Punkt.

Was also soll die Diskussion, um z.B. Masken im Supermarkt? Jeden Tag aufs Neue, bekomme ich mit, wie einer dieses Covidioten meint, sich mit Supermarkt-Personal herumstreiten zu müssen, weil er, oder sie es nicht „einsieht“, aufgrund oben genannter, an den Haaren herbeigezogener Argumente, eine Maske zu tragen. Diese Menschen führen keinen Kampf gegen Ungerechtigkeiten, sie verteidigen auch nicht unsere Freiheit. Wenn sie das wirklich täten, wenn das wirklich Teil ihrer Persönlichkeit wäre, würden sie gegen die Diktatoren in der Welt aufstehen, sich für den Umweltschutz und Tierschutz engagieren, würden Ungerechtigkeiten in unserer Gesetzgebung kritisieren und sich für die Benachteiligten stark machen, sie würden versuchen den Hunger in der Welt zu bekämpfen, versuchen Kriege zu verhindern, anderen Ländern auf dieser Welt soviel Unterstützung und Solidarität zukommen zu lassen, dass die Menschen dort in Frieden und Wohlstand leben könnten. Es gäbe so viel mehr aufzuzählen, wofür man sich stark machen könnte, aber diese Menschen haben kein, oder kaum Interesse daran, die Welt wirklich zu einem besseren Ort zu machen, denn sie sind von all diesen Nachteilen und Ungerechtigkeiten auf dieser Welt nicht, oder kaum betroffen. Jetzt, wo sie eine Maske tragen müssen und das erste Mal in ihrem Leben, wenn auch nur hauchzart und eigentlich nicht der Rede wert, von sowas, wie Einschränkungen am eigenen Leibe betroffen sind (und sei es auch nur durch ein Stück Stoff über dem Mund), rebellieren sie und nehmen sogar billigend den Tot von anderen Menschen in Kauf. Sie zeigen nur sehr schön das grundsätzliche Problem unserer Gesellschaft auf. Solange man nicht selbst betroffen ist, interessiert man sich nicht für andere Menschen, egal wie groß das Leid dieser Menschen und wie groß die Ungerechtigkeit ist. Empathie? Ach wofür, „die sollen sich mal nicht so anstellen“ oder sind am Ende vielleicht sogar noch „selber Schuld“. Da werden die eigenen „Probleme“, über die der anderen gestellt. Warum sollte es auch einem Schwein im Mastbetrieb, den um ihr Leben rennenden Menschen im Kriegsgebiet, oder dem vergewaltigten Kind im eigenen Land schlechter gehen, wenn ICH eine Maske tragen muss? Und dann auch noch beim Einkaufen.

Für mich wird hier also kein legitimere Kampf für die Freiheit geführt, sondern eine Gesellschaft, im wahrsten Sinne des Wortes demaskiert und es widert mich an, jeden Tag aufs Neue diese Anmaßungen und Relativierungen zu erleben, wie Menschen meinen es besser zu wissen, was gut und richtig für Betroffene ist und vor allem, wie die sich zu fühlen haben.

Tragt die verdammten Masken und vergeudet Eure Energie nicht mit Hirngespinsten, sondern kämpft die Kämpfe, die sich zu kämpfen lohnen. Stellt Euch vor den Spiegel, seht Euch in die Augen und fragt Euch, ob Ihr wirklich das Richtige tut, oder ob es nicht „Richtigeres“ gäbe, für das Ihr Euch stark machen könnt. Fragt Euch, wenn Ihr im Bett liegt, ob Ihr wirklich sicher seid, dass Ihr Eure Prioritäten im Leben richtig gesetzt habt und fragt Euch, worum es Euch wirklich geht, ob Ihr wirklich, und ich meine wirklich hinter dem stehen könnt, was Ihr tut und dann, schließt die Augen und stellt Euch all die Menschen auf der Welt vor, deren kleinstes Problem ist, eine Maske im Supermarkt zu tragen. Gute Nacht.

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