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Knallhart-Lockdown, weil die Bevölkerung Corona nicht ernst nimmt?

Jetzt soll ja der „Knallhart-Lockdown“ kommen und es wird über immer härter Maßnahmen geredet, da die Infektions-Zahlen immer weiter nach oben schießen.

Da ich selber gerade in Quarantäne bin, möchte ich Euch mal den bürokratischen Ablauf schildern und somit das Problem aufzeigen. Ein Problem, das nicht durch die Bevölkerung, sondern durch unsere Regierung und der Bürokratie verursacht wird, meiner Meinung nach.

Ich hatte am Sonntag den 06.12 näheren Kontakt zu einer Person gehabt, der es am Montag plötzlich sehr schlecht ging. Am Montag hat die Person einen Corona-Test gemacht und musste bis zum Donnerstag, also 4 Tage(!), auf das Ergebnis warten. Der Test fiel positiv aus. Sie war auch sehr krank, von hohem Fieber, über starke Magenschmerzen und Probleme mit der Lunge war da so ziemlich alles dabei, sie verlor gegen Ende auch ihren Geruchs und Geschmackssinn. Mittlerweile geht es ihr aber wieder besser, auch wenn sie immer noch nichts schmecken und riechen kann.

Am Donnerstag wurde ich also über die positiven Testergebnisse informiert. Natürlich wollte ich mich sofort testen lassen, musste aber vorher beim Gesundheitsamt anrufen. Das Gesundheitsamt hat mich also direkt RÜCKWIRKEND zum 06 . in Quarantäne geschickt. Meine Quarantäne war also schon zu einem Drittel vorbei, als sie für mich überhaupt erst begann. Selbstverständlich war ich am Mittwoch noch einkaufen, konnte ich ja nicht ahnen, dass da was im Busch ist. Einen Test muss ich aber nicht machen. Warum nicht? Antwort, da ich (noch) keine Symptome aufweise, die gut und gerne mal bis zu 14 Tage auf sich warten lassen können. Jetzt wohne ich aber in einer WG mit zwei Damen zusammen und wir haben bis zum Donnerstag keinerlei Maßnahmen getroffen, mich zu isolieren, oder etwas zu desinfizieren. Maske hab ich bis dahin zuhause natürlich auch nicht getragen.

Diese beiden Damen müssen KEINEN Test machen, da sie der Zweitkontakt, also der Kontakt, von einem Kontakt sind und müssen auch NICHT in Quarantäne, leben also mit einem vermutlich Corona infizierten zusammen, haben sich vermutlich selbst bereits angesteckt, können sich aber frei bewegen. Aber genaues weiß man nicht, denn weder ich, noch meine Mitbewohnerinnen dürfen sich testen lassen.

Nun arbeitet eine der beiden Damen im Gesundheitswesen, in einem Altersheim, also mit der Risikogruppe und müsste, sofern sie sich testen lassen wollte, 60(!) Euro aus eigener Tasche zahlen, um Gewissheit zu haben. Beide fahren natürlich über die Weihnachten nach Hause. Der Arbeitgeber muss in so einem Fall, nach eigenem Ermessen, entscheiden, ob er einen Zweitkontakt, also jemanden wie meine Mitbewohnerin freistellt, oder nicht.
Natürlich, wird sie nicht freigestellt.

Eine Mitbewohnerin ist meine „Betreuungsperson“, also die offizielle Person, die sich stellvertretend für mich frei bewegen darf, um für mich Dinge zu erledigen.

Mich haben zwei Personen vom Gesundheitsamt angerufen und wollten beide mit mir das Quarantänegespräch führen und Daten sammeln, da wusste also die eine Hand nicht, was die andere tut.

Auf die eMail, mit den Quarantänebestimmungen und der Bescheinigung für den Arbeitgeber z.B. warte ich immer noch. Juristisch offiziell, ist meine Quarantäne also noch nicht, das Telefongespräch könnte ja nie stattgefunden haben, wäre ich nun ein Arsch, könnten die mir nichts, wenn ich einfach rausgehen würde, abgesehen davon, weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Außerdem sollten in dieser eMail Kontaktdaten stehen, an die ich mich wenden soll, sobald sich bei mir doch Symptome zeigen.

Um etwas klarzustellen, ich mache dem Gesundheitsamt keinen Vorwurf, die Mitarbeiter waren freundlich und vielleicht auch überfordert, und selbstverständlich gönne ich meinen Mitbewohnerinnen ihre Freiheit, aber mir drängen sich ein paar Fragen auf. Vor allem im Bezug auf das Testen.

  • Wieso muss man 4 Tage auf ein Testergebnis warten?
  • Wieso werden Personen, die direkten Kontakt mit Infizierten hatten und sich nach eigener Einschätzung sehr wahrscheinlich angesteckt haben, nicht getestet, nur weil sie (noch) keine Symptome zeigen?

Anmerkung : Die Infizierte Person wurde auf den bloßen Verdacht hin, sie KÖNNTE Corona haben, getestet. Eigentlich ist sie chronisch krank und man ging als Ursache für ihr Fieber von den chronischen Krankheiten aus. Kontakt zu einer Infizierten Person hatte mein Kontakt KEINEN und muss sich irgendwie, irgendwo angesteckt haben. Ich allerdings, werde nicht getestet, obwohl ich ganz sicher engen Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Die Regelung, wann getestet wird und wann nicht scheint nicht sehr kongruent und willkürlich zu sein. Manchmal wird auf Verdacht getestet und manchmal bei Gewissheit nicht.

  • Wieso ist es möglich, dass, gerade im Zusammenhang mit der Unsicherheit des vorherigen Punktes, Kontakte des Kontaktes, also Familienangehörige, Mitbewohner, Freunde etc., nicht auch getestet werden, wenn, bezugnehmen auf den ersten Punkt, das Ursprungstestergebnis so lange auf sich warten lässt und der Erstkontakt mit einem Infizierten, tagelangen Umgang mit seinen Umfeld pflegen konnte?
  • Wieso werden z.B, bei Wohngemeinschaften die Jobs der Mitbewohner nicht genauer mit einbezogen, wenn z.B. diese Mitbewohner mit einem vermutlich Infizierten zusammen wohnen und somit den Virus in die Welt hinaustragen können? Vor allem, wenn Risikogruppen betroffen sein könnten.
  • Wieso müssen Menschen, die Kontakt mit einem Erstkontakt hatten, Tests aus eigener Tasche bezahlen? Würde ich nun einen Test machen (müssen) und der würde positiv ausfallen, gelten Zweitkontake, wie meine Mitbewohnerinnen als Erstkontakte und müssten auch in Quarantäne, bzw. könnten sich testen lassen. Da ich aber keinen Test machen (darf) bleibt der Status des Zweitkontakts meiner Mitbewohnerinen erhalten und sie könnten munter weitere Menschen anstecken. Es herrscht also große Unsicherheit und Unklarheit darüber, was nun gesundheitlich Sache ist und der weitere Ablauf wird durch einen mangelnden Test geblockt, solange, bis halt wieder irgendwer Symptome zeigt und das System langsam in die Gänge kommt.
  • Wieso dürfen Arbeitgeber, nach eigenem Ermessen frei entscheiden, ob Zweitkontakte arbeiten müssen, oder nicht, vor allem, wenn wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen?
  • Wieso werden 20 Milliarden Euro monatlich in zum Teil schwerreiche, multinationale Konzerne geballert, die in Deutschland nicht mal Steuern zahlen, um Umsatzeinbußen zu kompensieren, während aber Ämter überfordert und das Gesundheitswesen (scheinbar) überlastet ist? Wieso ist dann kein Geld für Tests für Erstkontakte da und das Hauptkriterium ist ein Symptom? Wieso müssen Zweitkontakte ihre Tests selber zahlen? Vor allem, wenn dem Erstkontakt ein Test verwehrt wird und somit nie klar sein wird, ob der Erstkontakt überhaupt infiziert ist? Es gibt nicht wenig Menschen, die zeigen überhaupt keine Symptome und können das Virus aber weitergeben.
  • Wieso muss ein Erstkontakt in Quarantäne, wenn gar nicht klar ist, ob er überhaupt infiziert ist. Was genau soll die Quarantäne bringen, wenn die Zweitkontakte, stellvertretend sozusagen, den Virus weitergeben können?
  • Warum gab es nicht bereits Infrastrukturen, die die Verwaltung und Handhabung einer Pandemie, Epidemie und Katastrophe im Generellen ermöglicht hätte? Computer, schnelles Internet, flächendeckendes Netz für Handys, spezielle Software und dergleichen müssten heutzutage Standard sein, in den Behörden wird teils aber noch mit Faxgeräten gearbeitet. 3. Welt Länder sind uns technisch zum Teil bei weitem überlegen und handhaben solch ein Ereignis, sehr viel besser. Wieso leben wir noch in der digitalen Steinzeit?

Egal wie man es dreht und wendet, ich sehe hier ein Versagen der Regierung auf ganzer Linie.
Ich bin absolut für Maßnahmen und ich bin auch vernünftig genug, meinen Teil, so gut ich kann beizutragen, ich möchte auch, wie bereits gesagt, dem Gesundheitsamt keinen Vorwurf machen, oder whataboutism betreiben, aber mein Eindruck ist, dass das Handling nicht nur nicht zielführend ist, sondern auch Schaden anrichtet und Geld nicht nur an falscher Stelle ausgegeben wird, sondern auch die Prioritäten falsch gesetzt sind. Einerseits wird an die Menschen appelliert, andererseits werden sie mit den Kosten alleine gelassen, denn am Ende ist es immer der Test, der Klarheit und Gewissheit bringt.
Auch wirkt alles auf mich sehr halbherzig durchdacht und nicht wirklich sinnvoll. Würde man z.B. ein Teil der 20 milliarden in Tests und Testzentren stecken, wäre es viel einfacher, Infizierte zu erkennen und man könnte Infektionswege irgendwann stoppen. So geht es halt immer weiter und weiter, man fragt sich, wieso die Infektionen steigen und als Brechhammer-Methode, kommt dann halt der „Knallhart-Lockdown“. Und dann? Dann beendet man ihn und das Spiel geht von vorne los, bis irgendwann mal geimpft werden kann. Nur, lass ich mich mit einem kaum erforschten Impfstoff impfen, als Freund der Wissenschaft? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Skeptisch und vorsichtig bin ich, vor allem, nachdem ich am eigenen Leibe erfahre, dass unsere Regierung offensichtlich nicht so recht weiß, was sie tun soll und überfordert ist. Warum soll nun ausgerechnet mit dem Impfstoff alles reibungslos laufen? Wer garantiert mir, dass das nicht wieder ein Schnellschuss, ohne Nutzen und mit potenziellem Schaden ist?

Mein Eindruck, ganz objektiv, bei allem Verständnis für Regeln und Maßnahmen, als direkt Betroffener : Absurd.

Und mal zum Vergleich. Thailand, ein Land mit 63 Millionen Einwohner, hat 12 Fälle, pro Tag. Und warum so wenig? Weil ALLE Kontakte, von einem Infizierten, pro forma, getestet werden. Kostenlos, versteht sich.
In einem konkreten Fall ging es um 4 Infizierte, die insgesamt 800 Kontakte und Zweitkontakte hatten. Alle 800 wurden getestet. So erkennt man sicher und effizient jeden Infizierten und kann ganz gezielt Maßnahmen ergreifen und Infektionsketten unterbinden, ohne gleich die ganze Bevölkerung wegsperren zu müssen. Die haben keinen Lockdown und keine Ausgangsbeschränkungen. Warum auch? Funktioniert ja auch so.

Jetzt bedenke man noch, dass Thailand ein vergleichsweise armes Land ist und eine sehr viel schlechtere Infrastruktur hat und die Familienstrukturen erheblich größer sind als in Deutschland .
Die bekommen das trotzdem hin, wir nicht und das liegt sicher nicht an der Bevölkerung, die mal den Mindestabstand um 10 cm unterschreitet.

Woran liegt es also dann?

Schaut man sich die Statistiken unter https://www.worldometers.info/coronavirus/country/thailand/ an, fragt man sich, wo ist deren zweite Welle? Zur Zeit gibt es 217 aktive Fälle und laut meiner Kontakte nach Thailand befinden sich mehrere hundert Menschen in Quarantäne. Am Ende einer 14 tägigen Quarantäne wird NOCHMALS getestet, natürlich wieder kostenlos, nur um sicher zu gehen, dass ein Mensch auch wirklich gesund ist, sobald er die Quarantäne verlässt. Es werden also auf den bloßen Verdacht hin und bei Erst- und Zweitkontakt mindestens ZWEI Tests pro Person gemacht, teilweise sogar drei, bei Erstkontakt. Also, selbst wenn man KEINE Symptome hat, am Anfang der Quarantäne, während der Quarantäne und am Ende der Quarantäne.

Mir kann keiner erzählen, dass wir in Deutschland so etwas personell und finanziell nicht auch hinbekommen könnten und dass unsere Infrastrukturen dafür nicht ausgelegt sind. Falls das doch zutrifft, muss man Fragen stellen, viele Fragen und wir sollten Antworten erwarten.

Übrigens, selbst das Auswärtige Amt zweifelt die Zahlen aus Thailand nicht an.

1 thought on “Knallhart-Lockdown, weil die Bevölkerung Corona nicht ernst nimmt?

  1. Diese sog. Erfolge sind wohl eher an wenig, kaum bis garnicht erreicht worden. Zumindestens wenn ich mir die tagl. Zahlen am Infektionsgeschehen inkl. Tote ansehe. – Hatten wir im Okt. einen kurzen max. 2-3 Wochen Shutdown vollzogen, dann hatten wir die heutigen Probleme so nicht. – Zumal die Leute dann gesehen hatten, da? solche Ma?nahmen wie im Fruhjahr ja schon einmal erlebt, tatsachlich etwas bringen und somit die Wahrscheinlichkeit auch hoher gewesen ware, da? die Leute sich auch nach dem Shutdown vorsichtig unter Menschen bewegen. – Aber so haben wir durch den halbgaren Teil-Lockdown doch nur eines erreicht. – Viele Menschen werden „Coronamude“ – Die finanziellen Hilfen sind quasi fur die Katz – Immer mehr Menschen infizieren sich – Immer mehr Menschen sterben – Und gerade die hohen Totenzahlen taglich machen mich betroffen aber vor allem wutend. –

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